Pustertal
Auf einer Höhe von 700 bis ca. 1600 m erstreckt sich das “grüne Tal”, wie das Pustertal auch des öfteren genannt wird.
Das Pustertal ist ein in Südtirol und Osttirol gelegenes Tal in den Dolomiten, das zwischen Brixen an der Mühlbacher Klause und Lienz in Ost-West-Richtung verläuft.
Oft wird mit diesem Begriff nur der sich in Italien befindende Südtiroler Teil des Tales gemeint.
Geologisch-geografische Beschreibung
Der westliche Teil des Tales ist ein Stück der „Periadriatische Naht“ genannten Verwerfung, weche die Südalpen von den Zentralalpen (und damit auch die Kalkalpen von den zentralen Gneismassiven und Schiefergebirgen) trennt.
Nach Westen entwässert das Tal zum Eisack und damit in die Adria und zur anderen Hälfte nach Osten zur Donau und somit zum Schwarzen Meer. Die Wasserscheide liegt im flachen Talboden bei Toblach auf dem Toblacher Feld. Der Westen des Pustertals wird von der Rienz durchflossen, der Osten, welcher überwiegend in Osttirol liegt von der Drau. Die größten Zuflüsse der Rienz bilden Antholzerbach, Ahr, Pragser Bach, Gsieser Bach, Gader, Pfunderer Bach und Lüsenbach. Die größten Zuflüsse der Drau im Osten sind Sextner Bach und Villgratenbach.
Östlich von Sillian verlässt das Pustertal die Periadriatische Linie (die ins Gailtal hinüberwechselt) und zieht ostnordostwärts nach Lienz hinunter.
Die wichtigsten Ortschaften sind im Westen sind Toblach, Welsberg, Olang und Bruneck, im östlichen Teil Innichen, Sillian und Mittewald. Den östlichen Teil des Pustertals bezeichnet man als das Hochpustertal.
Das größte Seitental ist das Ahrntal.
Geschichte
Das Toblacher Feld war zwischen 590 und 600 Schauplatz der ersten Zusammenstöße zwischen den Bajuwaren unter Herzog Tassilo I. und der Alpenslawen. 769 initiierte dann Herzog Tassilo III. unweit davon die Gründung des Klosters Innichen zur Slawenmissionierung. 783 bis 1803 gehört dieser Teil des Hochpustertals zum Hochstift Freising.
Der Sieghardinger Engelbert IV. ist als einer der Inhaber der Gaugrafschaft Pustertal bekannt.
Durch Heirat mit dessen Tochter Richardis von Lavant kam Siegfried I. von Spanheim († 1065) in den Besitz der Grafschaft. Siegfrieds Sohn Engelbert I. wurde im Zuge des Investiturstreits 1091 der Grafschaft enthoben und es wurden die Bischöfe von Brixen durch kaiserliche Schenkung mit der Grafschaft betraut, die von der Mühlbacher bis zur Lienzer Klause reichte.
Der Bischof von Brixen, Otto von Andechs, belehnte 1165 seinen Bruder Berthold III mit den Grafschaften Pustertal und Norital. Die Grafen von Tirol gelangten mit dem Aussterben der Andechser im Jahr 1248 in den Besitz der Grafschaft Pustertal. 1253 erbte der Schwiegersohn Meinhard I des letzten Grafen von Tirol, Alberts III das Pustertal. Nach seinem Tod 1258 teilten dessen Söhne Meinhard II und Albert 1271 das gemeinsame Herrschaftsgebiet, wobei das Pustertal Albert zufiel, dessen Linie, die Grafen von Görz, 1500 ausstarb. Gemäß Erbvertrag übernahm Maximilian I. von Habsburg die Herrschaft über das Gebiet. Dies wirkte sich auf die politische Entwicklung des heutigen Osttirols aus, die bis zu diesem Zeitpunkt vom übrigen Tirol unabhängig war.
Es zweigt nördlich von Brixen in östliche Richtung vom Eisacktal ab und wird von Rienz und Drau durchflossen. Typisch für das Unterpustertal sind vor allem saftige Wiesen und dunkle Wälder. Im Hochpustertal hingegen, genau genommen südlich davon, ragen die charakteristischen Berggipfel der Sextner und Lienzer Dolomiten empor. Auch die Drei Zinnen – wer kennt sie nicht – türmen hier in den Himmel. Naturliebhaber und Bergsteiger werden begeistert sein. Den Kulturliebhabern hingegen dürften die “Gustav-Mahler-Musikwochen” im Hochpustertal ein Begriff sein.
-> Unser Tipp: ein Ausflug zum tiefgrünen Pragser Wildsee, dem Antholzer See und den gleichnamigen Tälern!
Das Sportangebot im Pustertal ist breit gefächert: Klettern, Wandern, Mountainbiken, Paragleiten, Rafting und vieles mehr. Im Winter bieten die Skigebiete Haunold, Helm und Kronplatz, der von Olang und Bruneck aus erreichbar ist, weissen Pistenspaß…